18/07/2011 HR3 (Frankfurt)

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18/07/2011 HR3 (Frankfurt)

Сообщение  Admin в 4/8/2011, 13:09





Frank Farian ist einer der erfolgreichsten Musikproduzenten, Songschreibern und Sänger überhaupt. Und kaum zu glauben, aber wahr: "Daddy Cool" feiert bereits seinen 70. Geburtstag!

Es gibt genug Listen in denen man nachsehen kann, wie oft seine Songs in den Charts waren, was er alles gemacht hat und wie erfolgreich seine Musikkarriere war und ist.

Aber: Was ist er für ein Mann? Wie war dieser Erfolg möglich? Wann immer ich Frank Farian getroffen habe, waren diese Gespräche so interessant, dass es mir wichtiger erscheint den Menschen hinter dem Namen zu beschreiben, als nur all seine Erfolge aufzuzählen.

Dass Franz Reuther, wie er wirklich heißt, Koch gelernt hat, ist nichts Neues. Aber warum hat er Kochen gelernt? Seine verblüffend einfache Antwort: "Weil ich mich einmal richtig satt essen wollte!" Das ist ihm offenbar gelungen, denn nachdem er satt war, hat er den Rock'n'Roll entdeckt. Er ging direkt nach Hamburg, in "den Star Club". Dort hat er all die großen Gruppen gesehen und kurz danach war er schon selbst ein Star.
Aus Franz Reuther wurde Frank Farian, weil er den Rock'n'Roller Fabian mochte und Franks "Rocky" war ein großer Hit. Der Welterfolg kam jedoch mit Boney M: Frank hat neben einer Kopfstimme auch eine sehr tiefe Stimme. Nachdem er im Studio experimentiert hatte, stellte er fest, dass diese tiefe Stimme noch tiefer sein kann und dachte sich dabei: "Wow!! Wie klingt denn deine Stimme hier?"

"She's crazy like a fool, what about Daddy Cool..."

Das ist seine Stimme, sein Musikstempel, sein Markenzeichen.

Die Songs, die Frank Farian u.a. mit Boney M, Milli Vanilli, Eruption, La Bouche, No Mercy, etc. etc. gemacht hat, haben sich weltweit auf mehr als 800 Millionen Alben und Samplern verkauft. Fast könnte man meinen, er muss gar nichts machen, die Tantiemen kommen von selbst.

So einfach ist das aber nicht: "Man kann keinen Hit planen", sagt Frank. Er hat Musik gemacht, die ihm und zufällig auch anderen gefallen hat. Und viel wichtiger war ihm eigentlich, dass er Spaß dabei hatte.

Die Frage, warum er mit Boney M damals nicht nach Amerika gegangen ist, wird häufig gestellt. Franks Antwort ist erneut ziemlich einfach: Weil er keine sechs Stunden im Flieger sein wollte. Außerdem wusste er nie, ob er auch sicher ankommen würde. Er hat sich gedacht: "Die Welt ist groß genug, ich brauche Amerika nicht." Es gibt aber noch einen anderen Grund, der ein wesentlich tieferer war: Als Kind hat er amerikanische Soldaten erlebt, die sich in ihren Prachtuniformen gezeigt haben und nach dem Wechseln ihrer Dollars das Kleingeld in die Luft geworfen, um lachend dabei zuzusehen, wie kleine Kinder das Geld gesammelt haben um ins Kino gehen zu können, anstatt dem kleinen Frank einfach gleich drei Groschen zu geben. Das hat ihn lange gekränkt. Und heute? Frank Farian lebt abwechselnd in Miami und in der Nähe von Frankfurt. In Miami deshalb, weil er es warm haben wollte und von dort, wenn er es will, jeden Tag nach Deutschland fliegen kann.

Natürlich gab es in der Karriere des Frank Farian nicht nur Erfolge. Die Geschichte von Milli Vanilli, bei der festgestellt wurde, dass Rob Pilatus und Fab Morvan nicht diejenigen waren, die tatsächlich gesungen haben, woraufhin Frank Farian ein Grammy aberkannt wurde, ist mittlerweile Schnee von gestern. In Hollywood werden inzwischen Pläne für die Verfilmung der Geschichte gemacht. Drei Drehbücher wurden dafür schon geschrieben, man hat also die Auswahl.

Frank Farian ist großzügig und gerecht. Alle seine Künstler, egal ob weltbekannt oder nicht, große und kleine Sänger, bestätigen immer wieder, dass Frank sie immer großzügig bezahlt hat. Und er hat sie alle beraten: "Das Geld wird nicht immer in diesen Mengen vorhanden sein! Legt was auf die Seite!"

Seine Energie ist faszinierend. Meat Loaf hat Frank Farian so beschrieben, dass man bei Frank eine ganz andere Vorstellung von "Zeit" benötigt: Was für Frank eine Stunde ist, ist für Meat Loaf ein ganzer Tag. Eine Woche für Frank ist ein Monat für Meat.

Und so ist das auch mit dem Alter: 70? Keineswegs! Höchstens 40.

Franks Antrieb ist dabei der Hunger nach Musik, sie ist für ihn die schönste Droge. Wann immer ich ihn traf, hatte er neue Ideen im Kopf. Überhaupt ist Frank Farian ständig bei der Arbeit. Nach seinem ersten Musical "Daddy Cool" bereitet er nun gerade ein neues Musical vor. Diesmal geht es um den Urwald in Südamerika, um zwei Königskinder, die irgendwann groß werden und die Liebe entdecken. Und wenn alles klappt, werden sogar einige erfolgreiche Musiker mit ihren Songs im Musical vertreten sein. Mehr können wir hier noch nicht verraten!

Frank Farian ist bei allem was er macht, voll dabei. "Von ganzem Herzen!" sagt er. "Ich war niemals daran interessiert ob das, was ich gerade mache, Geld bringt oder nicht. Alles, was ich gemacht hab, kam aus dem Bauch."

An seinem 70. Geburtstag könnte es gut sein, dass Frank eine einfache Currywurst isst. Die Arbeit geht vor.
Frank Farian ist ein Mann, der sich sehr großen Aufgaben mit sehr kleinen Bedenken stellt. Eben: Daddy Cool.


Redaktion: svsc / frsa
Bild: © Lidia Antonini
Letzte Aktualisierung: 18.07.2011, 15:20 Uhr


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